Tja, da sitzt man nun im neuen Haus und freut sich nebst der Immobilie natürlich auch über seinen eigenen kleinen Garten. Schnell verfliegt der anfängliche Enthusiasmus hingegen, wenn man ständig den Rasenmäher schwingen und die Wasserschlange bezwingen muss.

Da wir beide keine Lust haben, unsere Freizeit ständig mit Herumstehen und Feuchtigkeitsspender haltend zu verbringen, unser Nachwuchs aber mehr daran interessiert ist, sich und die Mitmenschen zu bewässern als die Pflanzen oder gar den Rasen, soll Schritt für Schritt Luxus einkehren: Automatismus.

In einem Punkt werden mir wohl 90% der Häuslebauer und -erwerber Recht geben: Alles auf einmal geht nicht. Schon gar nicht kurz nach Bau oder Erwerb des neuen Schlosses. Aus dem Grund ernährt sich auch der Hobbygärtner nur Schritt für Schritt. Soll heißen, jetzt da unser Rasen gut angewachsen, die Hecke gepflanzt und die Saison sich dem Ende neigt, ist die Zeit reif, die Ideen wachsen zu lassen. Vorweg: Ganz am Ende dieses Weges stelle ich mir vor, dass ich - außer Spaß haben und Grill bedienen - keine größeren Anstrengungen zu tun habe. Und auch vorweg: Die Kosten für einen Aufbau eines intelligenten und automatisierten Gartens durch Profis möchte ich mir gerne sparen.

Mit der Smart Garden Serie möchte ich also nach und nach den Werdegang vom dummen zum vollautomatisierten Garten darlegen. (Ob ich das Ziel “vollautomatisiert” jemals erreiche, wage ich zwar zu bezweifeln, aber besser ein hohes Ziel, als gar keins!)

Fangen wir also mit dem ersten Punkt an: Ich will nicht ständig vor der Hecke auf und ab gehend dafür sorgen müssen, dass die Pflanzen keinen Durst mehrhaben.

Bei Recherchen auf amazon.de stolperten wir irgendwann über den Tropfschlauch von Gardena (Hier der Link zum Starterset). Damit werden stetig Pflanzen entlang des Schlauches bewässert und er passt sich nahezu unsichtbar an die natürlich Umgebung der gemeinen Hecke an. Auf dem Weg zur intelligenten Bewässerung führt somit - zumindest in meinen Augen - erstmal kein Weg am Tropfschlauch vorbei. Also 25m des ½ Zoll dicken Schlauchs in Besitz geholt und das nötige Zubehör dazu genommen (Basisgerät, Eckverbinder, Schlussstopfen und Rohrführung). In Summe hat mich der Spaß ca 80 Euro gekostet - vertretbar, wenn man bedenkt, dass zukünftig nur ein Schlauch angeschlossen, der Wasserhahn aufgedreht und nach einer Stunde wieder zugedreht werden muss. Freizeit, wir kommen! Übrigens: Es gibt auch einen dünneren Tropfschlauch, der ist auch mittels Zubehör in das System integrierbar, ist aber eher für kleine Pflanzen und Beete gedacht, nicht für Hecken und generell größere Pflanzen.

Die Verlegung ist denkbar einfach: Mit einer handelsüblichen Haushaltsschere lässt sich der Schlauch auf Länge schneiden. Da ich eine Hecke habe, die mit 90 Grad Winkel verläuft, habe ich die Eckverbinder direkt mit dazu genommen. Das verhindert, dass der Schlauch unter Umständen aufgrund zu geringem Radius abknickt. Also: Basisgerät an das Ende des Micro-Drip Schlauchs, wo der übliche Wasserschlauch angeschlossen werden soll. Danach ein Eckverbinder in die - wer hätte es gedacht - Ecke und mit den Rohrführungen noch den Schlauch fixiert. Der Tropfschlauch besitzt alle 30cm Wasserauslässe, das kommt uns zu Gute, da die Heckenpflanze (übrigens Thuja Smaragd von pflanzmich.de) im Abstand von ungefähr 30 cm aufgestellt sind, kann ich somit die Löcher genau so ausrichten, dass sie direkt eine Pflanze anpieseln können. Das Basisgerät übernimmt den Druckausgleich vom Wasser aus dem Hahn in den Tropfschlauch hinein. Nicht vergessen sollte man das Endstück, wird das nicht ans Ende des Schlauches angebracht, läuft das Wasser ungehindert heraus und ein Tröpfeln an die Pflanzen kann nicht stattfinden.

Mehr gibt es tatsächlich nicht zur Ausführung zu sagen. Für die Installation habe ich vielleicht 30 Minuten benötigt. Das umfasst allerdings auch das Öffnen der Packungen, Verstehen des Zubehörs, Anschließen der Komponenten und schlussendlich Verlegen des Schlauches.

A propos Anschließen. Gardena hat für das Festhalten der Schlauchenden an die einzelnen Komponenten (Basisgerät, Verbinder, Abschlussstopfen) ein eigenes System mit Halteklammer verbaut (siehe Bild vom Eckverbinder). Das scheint den Schlauch tatsächlich erstmal in Position zu halten. Viel Vertrauen habe ich dem Gegenüber nicht. Sobald ich zu viel Zug auf den Schlauch gebe, kann ich problemlos den Schlauch wieder abziehen. Nun liegt er nur rum und Zug sollte durchs Liegen nicht aufkommen, aber um auf Nummer sicher zu gehen, werde ich schauen, ob ich geeignete Schellen anbringen kann, um die Schläuche unzweifelhaft fest an die Komponenten anschließen zu können (ja, die gibt es sogar von Gardena).

Noch ein Hinweis: Da ich im Garten nur einen Wasserhahn habe, muss ich zusehen, dass ich aus dem einen Auslass alles bedienen kann. Auch hierzu hat Gardena eine clevere Lösung parat: Einen 2-Wege Verteiler. Damit mach ich aus einem Anschluss, direkt mal zwei. Beachten muss man nur, dass natürlich der Wasserdruck halbiert wird, sobald auch beide Hähne offen sind - ist offensichtlich, muss man sich aber dennoch immer mal wieder vor Augen führen - gerade wenn man zwei Rasensprenger aufstellt, erst einen ausrichtet und danach den zweiten anstellt.

So, der erste Grundstein ist gelegt. Die kalte Jahreszeit werden wir nun dafür nutzen können, uns Gedanken zu machen, wie der Garten zu mehr Intelligenz gezwungen werden kann und welche Schritte als nächste getan werden.

Im übrigen setze ich zwar momentan auf Gardena, das soll aber keine Werbung sein. Mehr ein Erfahrungsbericht. Sollte herauskommen, dass die Qualität der Komponenten nicht stimmt, habe ich keine Probleme damit, auf einen anderen Hersteller zu wechseln. Aktuell überzeugen mich aber die Rezensionen, die man auf einschlägigen Portalen finden kann.

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